Ausstellung No. 2

„AFGHANISTAN, Unbesiegter Verlierer“

Fotografien  von

Natalie Amiri

04.06.  –  30.07. 2022

Als die Schriftstellerin und ARD-Auslandskorrespondentin Natalie Amiri 100 Tage nach der Machtübernahme durch die Taliban für Recherchen zu ihrem neuen Buch „AFGHANISTAN, Unbesiegter Verlierer“ zurück nach Kabul reisen wollte, gab es niemanden der Sie für diese Reise versichern wollte.

Sie fuhr trotzdem.

Natalie Amiri war nicht nur für den Grimme Preis nominiert, sondern wurde aktuell auch mit dem Publizistikpreis der Landeshauptstadt Bayerns ausgezeichnet und ist Deutschlands beste politische Journalistin 2021 (MediumMagazin Fachmagazin für Journalistinnen und Journalisten).

Die Begründung der Jury des Publizistikpreises beruht auf der Tatsache das Natalie Amiris Arbeiten sich neben aller journalistischen Objektivität auch durch eine besondere Nahbarkeit auszeichnen. „Ihre Reportagen aus dem Ausland gehen über die Schilderung reinen Regierungshandelns hinaus und bringen den Fernsehzuschauer*innen und Leser*innen die Lebenswelten der dortigen Menschen näher und geben realistische Einblicke in ihre Wünsche und Sehnsüchte.“

In Ihrem Buch „AFGHANISTAN, Unbesiegter Verlierer“ versucht die Autorin Natalie Amiri ein Verständnis für Afghanistan und seiner Gesellschaft zu zeichnen, so aufzuzeigen was in der Politik des Westens falsch lief und wie es um die Rechte der Afghaninnen und Afghanen seit der Machtübernahme durch die Taliban bestellt ist.

Die Ausstellung No.2 des PROJEKTRAUM MUNICHART widmet sich den Fotos Natalie Amiris die sie auf Ihren Reisen nach Afghanistan aufgenommen hat und will den persönlichen und unverstellten Blick der Schriftstellerin und Journalistin kommentarlos wiedergeben.

Die MUNICHART freut sich nach der Ausstellung No.1 des Künstlers FLATZ, die sich mit Pressefotos des Einmarsches der UdSSR in Afghanistan vor rund 40 Jahren beschäftigte, den heutigen Ist-Zustand des Lebens, aufgenommen durch die Kamera der Weltspiegelmoderatorin und ehemaligen Leiterin des ARD-Studios in Teheran, Natalie Amiri zeigen zu dürfen.

„Natalie Amiri ist nicht nur Journalistin: Sie ist eine empathische Zuhörerin, eine anteilnehmende Berichterstatterin. Sie erstattet Bericht für Menschen, die genau dies nicht tun können, ohne dabei ihr Leben aufs Spiel zu setzen. So entsteht ein viel umfassenderes Bild von Afghanistan, als es jede News-Meldung je vermitteln könnte.“

Düzen Tekkal, Autorin, Kriegsberichterstatterin, Gründerin von „#GermanDream“

 

  LESUNG   30.06.   1900h

  von Natalie Amiri aus Ihrem Buch

 

 AFGHANISTAN

  Unbesiegter Verlierer

 Leider

 AUSVERKAUFT

im Anschluss an die Lesung gibt es die Möglichkeit Natalie Amiris Bücher „Zwischen den Welten: Von Macht und Ohnmacht im Iran“ und „AFGHANISTAN, Unbesiegter Verlierer“ zu kaufen und von der Autorin signieren zu lassen.

  ukb 12,- €

auf Grund der Räumlichkeiten ist die Anmeldung auf maximal zwei Karten pro Person Beschränkt.

Ausstellung No. 1

FLATZ

„Lieber Eduard“

22.03.  –  22.05. 2022

Aus diesem gegebenem Anlass zeigt der PROJEKTRAUM MUNICH ART in den neuen Räumen in seiner ersten Ausstellung Bildwerke aus der Serie „CATASTROPHES“ aus dem Jahre 1988 des Künstlers FLATZ..

Alles hat seine Zeit..

der Krieg..

die Kunst..

der Frieden..

In den friedvollen Zeiten in denen Russland seinen Bruderstaat überfällt ist es naheliegend Kriegsbilder der Kunst zu zeigen und Stellung zu beziehen..

Von 1989 bis 1991 lebte FLATZ in der Sowjetunion.

Auf Einladung von Raissa Gorbatschowa und der Soviet Cultural Foundation, stellte FLATZ 1989 als erster Künstler aus dem Westen in Leningrad im Palast der Jugend aus.

Anschließend hatte er in Leningrad, Moskau und Tiflis Gastprofessuren als erster Westkünstler inne. In dieser Zeit lernte er den ukrainischen Künstler Eduard Stranadko kennen, der 1986 in Tschernobyl lebte und die Folgen des Reaktorunfalles, die evakuierte menschenleere Stadt Prypjat, fotografierte. FLATZ erwarb die 80 teilige Fotoserie „Ukraine after Chernobyl“ und stellte sie zum 30. Jahrestag der Tschernobyl Katastrophe 2016 in München in der Galerie Kampl und im FLATZ Museum in Dornbirn aus.

Eduard Stranadko ist seit 2012 Vorsitzender der National Society of Photo Artists of Ukraine.

Bei Kriegsbeginn Russland‘s gegen die Ukraine schrieb FLATZ an Eduard..

Lieber Eduard..

hoffe es geht dir und deiner Familie in Zeiten des Krieges den Umständen entsprechend gut..

habe in der letzten Zeit (seit Kriegsbeginn) oft an dich gedacht..und ob du Hilfe brauchst..

wenn du willst kannst du zu mir nach München kommen und in meinem 2. Atelier arbeiten und wohnen..

bitte gib mir Bescheid was und wie ich behilflich sein kann..
es kommt von Herzen..

bitte melde dich..

nur das Beste..

FLATZ

Liebe Wolfgang!

Jetzt habe ich keine Familie. Es scheint,
dass sie die Gegenwart nicht ertragen konnte. Die Verwandten meiner Frau schlugen mich und warfen mich aus dem Haus.

Ich nehme eine Wohnung an einem anderen Ort in Kiew.

Kanonade weit draußen vor dem Fenster.

Zu weit. Aber ich denke nicht daran, mein Land zu verlassen, wenn es in Schwierigkeiten ist. Danke für die Einladung.

Jetzt wird klar, wer ein guter Freund ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Eduard