Ausstellungen Münchner Kunst

zusammen mit Freunden aus Deutschland und der Welt

im Münchner Rathaus am Marienplatz

(gegenüber der Dienerstr. 20)

Ausstellung  No. 1

München   &   Bonn

22.04.  –  02.05.2021

Daniel Engelberg

München

Die Arbeiten des Bildhauers Daniel Engelberg beziehen sich oftmals auf architektonische Konstruktionen und Strukturen. In seiner neusten Serie von Wandobjekten behält Engelberg die bildhauerische Herangehensweise bei und überträgt diese auf scheinbar zweidimensionale Arbeiten. Der Künstler reduziert die entstehenden Werke sowohl thematisch, wie auch technisch, um zu den Grundelementen der bildhauerischen Frage zu gelangen. Dabei verwendet er das formale Suchen nach diesen Elementen als eigenständige künstlerische Vorgehensweise, um Fragen der Wahrnehmung zu untersuchen.

1979 geboren in München 2006 Studium der Bildhauerei AdBK Nürnberg 2008 Ernennung zum Meisterschüler 2010 Studium der Bildhauerei AdBK München 2013 Diplom der AdBK München

Tobias Stutz

Bonn

Die Arbeiten von Tobias Stutz bieten uns Blickweisen, Verbindungen und Rahmen an, mit denen er das 20. Jahrhundert auf seine ganz eigene Weise sieht und insziniert. In diesen Inszinierungen bekommen die ikonisch gewordenen Bauten die seine Malereien abbilden eine neue Erhabenheit die uns angenehm berührt und mit einem guten Schuss Licht und Landschaft der Romantik das Vergangene und die Moderne vereint. Stutz liefert noch weitere Hinweise, die die großen Bauten und Probleme der Moderne verändert erscheinen lassen. Einmal sind es die über Eck gelegten Balkone, ein anderes mal ist es die offensichtliche Verfremdung und Überblendung der Blickweise durch und auf die Fenster als Ansicht auf die Welt.

1979 geboren in Filderstadt 2005 – 2011 Studium der freien Malerei AdBK Nürnberg 2011 – 2013 Master of Arts an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter

Ausstellung  No. 2

München   &   Hamburg

06.05.  –  16.05.2021

Ransome Stanley

München

Stanleys Bilder, Zeichnungen, Skizzen und Collagen enthalten Rückgriffe auf Chiffren afrikanischer Kunst und beleuchten seine eigene, von der Herkunft aus zwei Kulturkreisen geprägte Identität. Andreas Kühne, Universitätsprofessor der LMU München, äußerte anlässlich einer Ausstellung in der Galerie Markt Bruckmühl zu den Zeichnungen Stanleys, „das afrikanische, mythisch angehauchte Element präge Stanleys Arbeiten in Form von Ritualen und archaischen Symbolen, die in der Gesamtschau eine Art Transformation erfahren“. Die Gegensatzpaare Nähe und Distanz oder Vergangenheit und Gegenwart spielten eine große Rolle. „So statisch die Zeichnungen zunächst erscheinen mögen, beim näheren Betrachten offenbart sich ihre räumliche Dimension, die den Blick für das Ungleichzeitige schärft.“ Stanley präsentiere „gegenständliche Zeichnungen, teils mit Zitatversatzstücken, die nur oberflächlich eine Aussage nahelegen, bei genauerem Hinsehen aber Raum lassen, für ein Erschließen, für die gedankliche Auseinandersetzung.“

Stanley, geboren in London und aufgewachsen in Grenzach, studierte von 1975 bis 1979 an der Merz-Akademie Stuttgart und war Meisterschüler bei Merz. Seit 1986 arbeitet er als freischaffender Künstler in München und ist Dozent an der Kunstakademie in Bad Reichenhall.

Angelika Bleicker-Schäfer

Hamburg

Der Mensch, der Kopf – ein Thema das seit der Kindheit immer wieder auftaucht, teils malerisch, zeichnerisch oder collagiert. Die jahrelange Auseinandersetzung hat seriellen Charakter erreicht. Jede Reihe in sich ist abgeschlossen als Prozess, als Entwicklung neuer Bildsprachen, als Erkenntnisform. So werden Papierschichten mit Leim auf Leinwand oder Holz aufgetragen, im halbnassen Zustand wieder abgerissen und übermalt bis ein akzeptabler Malgrund gefunden ist. Die gezeichnete Linie variiert zwischen  groben und feinem, schnellem Strich, der immer freier und im Laufe der Zeit sich selbst überlassen sein soll. Der Einsatz von Tusche und Aquarell lassen Auflösung ahnen und das Gesehene zeigt die innere Spur. So folgt das Thema Kopf einem Konzept und dem Ziel einer freien, spielerischen Handlung.

1955 in Birkenfeld/ Nahe geboren. Nach dem Abitur Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Publizistik in Mainz und Berlin. Seit 1973 regelmäßige Ausstellungen.

Ausstellung  No. 3

München   &   Nürnberg

20.05.  –  30.05.2021

Isabel Ritter

München

Isabel Ritter wuchs in Hochemmingen auf. Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Holzbildhauerin studierte sie von 2005 bis 2011 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und wurde
2010 zur Meisterschülerin von Marko Lehanka ernannt. 2014/15 wirkte sie als Lehrbeauftragte für Modellieren an ihrer ehemaligen Hochschule in Nürnberg, seit 2016 führt sie ihr Atelier in München. 2010 gewann Ritter den Aichacher Kunstpreis, 2014 erhielt sie den Anerkennungspreis des Fränkischen Kunstpreises zugesprochen.

Skulpturen Ritters wurden durch Bundesämter in Berlin und die Artothek Nürnberg angekauft und sind in zahlreichen privaten Sammlungen vertreten. 2015 entstand im Auftrag einer Kirchengemeinde eine klassische Madonna in moderner Interpretation.

Die Künstlerin setzt sich intensiv mit dem Wirken der menschlichen Figur im Raum auseinander. Die Bildhauerin knüpft vielfach an die antike Tradition an, ihre Figuren zu bemalen oder mit Accessoires zu versehen. So wirken sie stets nahe gerückt und stellen zugleich Fragen an die Erwartungen des Betrachters. Was ist ein Paar? Wie erfahren Menschen den Raum? Welche Dinge sind an Personen wesentlich? Aus dieser aktiven Erforschung entwickelt Ritter immer wieder auch eindrückliche Installationen. Diese gelten dann nicht so sehr dem einzelnen Gegenstand oder der Figur im Raum, sondern dem Raum als Bedeutungsnetz. Durch die Lage der Objekte, die Farben, die Oberflächenbehandlung stiftet die Künstlerin neuartige Gesichtspunkte, hebt das Gewöhnliche in eine andere Art der Sichtbarkeit.

2005 bis 2011 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg 2010 Ernennung zur Meisterschülerin von Prof. Marko Lehanka 2014/2015 Lehrbeauftragte an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg fürs Modellieren

2017 Entwurf und Umsetzung der Plakette „Bauen im Bestand“ für die Bayerische Architektenkammer

2014 Fränkischer Kunstpreis (Anerkennungspreis)

2013 HWP-Stipendium für Frauen in Forschung und Lehre

2010 Gewinn des 17. Aichacher Kunstpreises

Jan Gemeinhardt

Nürnberg

Jan Gemeinhardt ist ein mehrfach ausgezeichneter Meisterschüler der Akademie der bildenden Künste Nürnberg unter Professor Fleck, Stipendiant der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Inhaber des Leonhard und Ida Wolf Gedächtnispreis sowie Mitglied der Nürnberger Künstlergruppe „Der Kreis“.

Der 1988 in Hof geborene Maler sucht im Dunkeln die Welt. Seine Arbeiten scheinen auf den ersten Blick düster und geheimnisvoll, ja mythisch aufgeladen zu sein. Das Spiel der Schattierungen zwischen Grau, Grün, Tiefblau und natürlich Schwarz beherrscht er meisterhaft.  Vornehmlich Landschaften sind auf den meist kleinformatigen Bildern zu sehen. Aber es handelt sich nie um Idyllen, die man zu Ansichtskarten verarbeiten könnte. Seine Vorbilder sind in der Romantik, der Schwarzen Romantik zu finden.

Düster scheint die Welt Gemeinhardts, aber nie ohne Zuversicht. Etwas Licht, ein Schimmer, Hoffnung vielleicht, glimmt immer. Auch geben unvermutete Gegenstände Rätsel auf: ein brennender Wegweiser, Menschengemachtes oder ein ganz irrationales Leuchten. Menschen tauchen eher selten auf, und dann nicht als Individuum charakterisiert. Vielleicht nur als Teil der Natur, eher nicht als Akteur. Und doch meint man in Gemeinhardts Bilder eine tiefe Sorge zu spüren. Er schockiert den Betrachter nicht, aber so in die Tiefe führend die Bilder sind, so tief sollen auch die evozierten Gedanken sein. Die Welt ist mehr, als das was wir sehen. Der in Nürnberg lebende Maler füllt diese eigentlich banale Erkenntnis auf seine ganz eigene Weise.

2008 – 2014 Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Herrn Professor Fleck 2011 – 2013 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes 2012 Meisterschülertitel bei Herrn Professor Fleck 2015 Internationales Stipendium Oberpfälzer Künstlerhaus für Finnland 2015 Mitgliedgliedschaft bei der Künstlergruppe „Der KREIS

2020 Leonhard und Ida Wolf Gedächtnispreis

Ausstellung  No. 4

München   &   München

10.06.  –  20.06.2021

Mit dieser Ausstellung unterbrechen wir unsere Reihe München und Freunde aus Deutschland und der Welt zu zeigen und konzentrieren uns auf die Kooperationen, Zusammenarbeit und ganz allgemein auf das Zusammenleben in einer Stadt.

Deswegen zeigen wir Einzelarbeiten aber auch in Gemeinschaft entstandene Werke der Münchner Künstler Astrid Köhler und Eliot the SUPER und verbinden so die zwei sehr unterschiedlichen Genres, oder vielleicht sogar Welten von Öl und Spraydose.

Astrid Köhler

München

Astrid Köhler wäre auch eine großartige Kunstfälscherin geworden. Nicht nur ihr technisches Können, auch ihre Fähigkeit, malerische Formen, Themen und Stile aufzugreifen und sich anzuverwandeln, erschließt sich selbst Unkundigen auf den ersten Blick. Ihre Bilder sind so gut gemalt, dass niemand auf die Idee käme, sie sein Kind einfach so nachmalen zu lassen wie einen Picasso.

Doch Astrid Köhler begnügt sich nicht mit Reproduktion – weder mit der täuschend echten Wiedergabe bekannter Werke noch mit der realitätsgetreuen Abbildung von Faltenwurf und Zündholzkopf, Tierkinderfell und Federkleid. Stattdessen tragen ihre Porträtierten Papiertüten auf dem Kopf, ihre Fruchtstillleben Mullbinde – und Bilder und Werkgruppen mitunter ironische Titel. Ein solches Brechen von künstlerischen Traditionen durch das Motiv, die Subversion der schönen, bis ins Detail perfekten Darstellung durch ein inkongruentes, widerständiges Element und die Verbindung von hoher Virtuosität und „niedrigen“ Gegenständen ist in vielen ihrer Werke zu sehen – etwa an den knittrigen Taschentüchern auf altem Papier oder Tapete, die ebenso an den Manierismus denken lassen wie an ein Bügeleisen.

Diese Rückbindung der Kunst an das tägliche Leben, die Rückführung des Objet trouvé in den Küchenalltag ist vermutlich ein weiterer Grund, warum Astrid Köhlers Bilder so zugänglich sind – und bei aller Meisterschaft so sympathisch unprätentiös. Sie sprechen spontan an, und man kann sie sich über dem eigenen Sofa ebenso gut vorstellen wie im Museum. Dabei sind die Bilder keineswegs süßlich und harmlos. In ihnen steckt stets auch eine Spannung, die zwischen diffuser Doppelbödigkeit und offener Surrealität schwankt. So haftet dem Graffiti-Balken der Crossed-out-Gruppe etwas Gewalttätiges an, die mit Schwung über die fein gemalten Vogelkörper gesprayte Spur roter Tröpfchen kann auch blutige Assoziationen hervorrufen. Aber wer von Astrid Köhlers Bildern auf den ersten Blick entzückt sein möchte, macht nichts verkehrt. Wer allerdings mehr darin sehen will als außergewöhnliches Können und hohe malerische Intelligenz, wird auch bei längerem Hinsehen nicht enttäuscht.

Eliot the SUPER

München

Eliot the SUPER, geboren in 1972 in München, zählt zu den Pionieren der deutschen HipHop Bewegung. Er begann 1985 mit Breakdance, Graffiti sowie Comix und machte sich als „Beatbox Eliot“ einen Namen. Er war Gründungsmitglied der Crews Böse Knaben und Art4Money sowie des legendären Comicstrich (mit Uli Oesterle und Christian Moser).

Seine erste Graffiti Auftragsarbeit bekam er 1988, mit fünfzehn Jahren, organisierte er mit Scunk und Pest die damals größte legale Malaktion an einem 2km langen Bauzaun in München mit 180 Künstlern und einem Budget von 60.000DM. Heute sind Popkultur und Junk Food Inhalte seiner Arbeiten. Im Stil der Pop Art kombiniert er die roughness seiner Graffiti / Street Art Vergangenheit mit Stencil (Schablone) und Siebdruck.

ELIOT theSuper ist zudem Gründungsmitglied der „Munich Pop Art“, „Art Schnitzel“, dem Kulturareal „Fraunberg Ateliers“, „teleSCOPE Gallery e.V.“ und „FAK/das Freie Ausstellungskollektiv Berlin“. Dazu engagiert er sich im Kollektiv des RAW Geländes: „RAW//culture collective e.V.“ in Berlin und war Teil der einjährigen „Kulturtour“ des Goetheinstituts in Brasilien.

Ausstellung  No. 5

München   &  Berlin

24.06.  –  04.07.2021

Coriander P

München

Alten Gemälden, gefunden auf Flohmärkten, bei Wohnungsauflösungen und in Trödelläden, gibt Coriander P. ein neues Leben. Mit Gummienten, Papierschiffchen, kleinen Monstern oder badenden Riesen, so ins Bild gemalt, als wären sie schon immer da gewesen, peppt Coriander P. alte Schinken auf und bewahrt sie vor dem Vergessen und Vermodern. Coriander P. ist das Pseudonym von Martin Arz.

Rinaldo Hopf

Berlin

Rinaldo was born in Freiburg, West Germany on June 30, 1955.
He studied Art, Cultural Anthropology and Religious History in Freiburg, West Germany, San Francisco, California and Bremen, West Germany where he graduated (with honors). Rinaldo worked as a Visual Artist in San Francisco, California and Paris, France (Atelier Dedalo Montali) and as an Art Therapist in Forensic Institutions in San Francisco and West Berlin.
He currently lives and works as a Visual Artist, Editor and Curator in Berlin, Bergkirchen / Westfalia and Los Angeles. Since 2019 Rinaldo is married with his lontime partner Frank Tepel alias Fox. Two books of his photography: „Subversiv“, 2004; „Amore“, 2006 and his art book „Trickster“, 2013 were published by Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, Tübingen, Germany. He edited the anthology „Mein schwules Auge / My gay Eye“ 3 – 17, 2006 – 2020 for the same publisher.

ARTIST RESIDENCIES AND GRANTS
1988 Civitella d‘ Agliano, Rome, Italy (by the Kunstfonds, Bonn) 1992 Istanbul Studio Grant, Istanbul, Turkey (by the Senate of Berlin) 1995 Käthe Dorsch Foundation, Berlin, Germany 1995 Delfina Studio Grant, New York, USA (by Delfina Foundation, Madrid) 2006 Elledorado e.V., Berlin, Germany 2017 and 2020 Tom of Finland Foundation, Los Angeles, USA

Wir alle sind München.
gemeinsam  .  offen  .  kommunikativ  .   kreativ